KURIOSE URTEILE: ANWALT MIT VERDAUUNGSPROBLEMEN

Auch Anwälte dürfen Verdauungsprobleme haben. Verbringen sie deswegen mehr Zeit auf der Toilette als andere Mitarbeiter, so darf ihnen nichts ...

Auch Anwälte dürfen Verdauungsprobleme haben. Verbringen sie deswegen mehr Zeit auf der Toilette als andere Mitarbeiter, so darf ihnen nichts vom Gehalt abgezogen werden. Das entschied das Arbeitsgericht Köln.

ArG Köln, 6 Ca 3846/09

In dem betreffenden Fall hielt der Chef eines Rechtsanwaltes über 14 Tage minutiös fest, wie lange der Angestellte auf Toilette war. Insgesamt kam der Arbeitgeber auf 384 Minuten, was ungefähr 27 Minuten pro Tag entspricht. Er rechnete die Dauer zudem auf das gesamte Arbeitsverhältnis hoch und kam zu dem Schluss, dass der Angestellte ganze 90 Stunden alleine auf der Toilette verbrachte und daher nicht arbeiten konnte. Daraufhin zog er dem angestellten Anwalt 680,- € vom Gehalt ab.

Der Angestellte gab vor Gericht jedoch an, während dieses Zeitraumes an starken Verdauungsproblemen gelitten und daher die Toilette häufiger als sonst aufgesucht zu haben und klagte gegen die Gehaltskürzung. Das Gericht gab dem Angestellten recht und so musste der volle Lohn gezahlt werden. Ob das Arbeitsverhältnis unter dem Urteil gelitten hat, entzieht sich unserer Kenntnis.